Instagram als Vollzeitjob – Wie viel verdient ein Influencer?

Bis zu 300.000€ lassen sich im Durchschnitt pro Beitrag auf Social Media Kanälen wie YouTube, Instagram und Facebook mit der richtigen Abonnentenanzahl verdienen.

Die so genannten „Influencer“ (Beeinflusser) und YouTuber der neuen Generation erhalten pro Foto-Beitrag oder Video gewisse Summen für die Zulassung von Werbung und Implementierung von Werbeprodukten auf ihren Kanälen. Bei diesem Thema treten häufig immer wieder dieselben Fragen auf: Wie wird man Social-Media-Star, sprich Influencer? Kann man davon Leben? Was sind die Schattenseiten? Und was haben die Unternehmen tatsächlich davon?

Maximilian Muench (@muenchmax), 24 Jahre jung, ist leidenschaftlicher Fotograph. Über 34 Länder hat er seit Februar letzten Jahres bereist und seine Landschaftsbilder auf dem Portal „Instagram“ veröffentlicht. Obwohl er die Reisen von Tourismuskonzernen bezahlt bekommt, gibt es für Maximilian nicht viel Luxus. Seine Tage beginnen immer vor Sonnenaufgang und enden nach Mitternacht. Er schläft meistens im Zelt und begnügt sich mit Käsetoast, damit er sich auf das Wesentliche, seine Bilder, konzentrieren kann. Somit ist Max nur selten zu Hause in Deutschland.

Über 470.000 Menschen folgen seinem Account auf Instagram mittlerweile, jedes Bild hat im Durchschnitt 20.000 „Gefällt-mir“-Angaben. Bei jeder Reise macht er bis zu 1.000 Fotos, nur die wenigsten sind gut genug für seinen Account. Bei Fotographie und Bildbearbeitung hört sein Beruf nicht auf, täglich antwortet er auf über 400 Fragen und Kommentare seiner Follower (Fans) und pflegt selbst den Kontakt zu Auftraggebern. Zusätzlich schreibt er auch Konzepte als Projektkoordinator für die German Roamers, einem Kollektiv aus 15 Landschaftsfotographen aus Deutschland .

Nicht nur für Reise- und Tourismuskonzerne sind Social-Media-Personen wie Max interessant, sondern auch für große Marken wie Samsung, für die er als „Brand Ambassador“, sprich Markenbotschafter, aufgrund seiner inspirierenden Landschaftsaufnahmen, fungiert. Laut „Influencerdb.net“ verdient Max pro geposteten Beitrag auf Instagram durchschnittlich 2.300€. Bei ca. 10 Bildern im Monat, addiert mit den erstatteten Reisekosten lässt sich sein Monatseinkommen grob einschätzen.

Bei Waldemar Kempf (@Wowa_Valentino) und Madeleine (@dariadaria) sieht der Alltag als so genannte „Fashion-Blogger“ etwas anders aus. Im Mittelpunkt stehen bei ihren Bildern mehr sie selbst und ihr Kleidungsstil, als schöne Landschaften und wilde Natur. Beide gehören zu der Gruppe der mittelgroßen Influencer Deutschlands mit rund 120.000 Followern auf ihrem Instagram-Profil und durchschnittlich 5.000 „Gefällt-mir“-Angaben pro Bild.

Wie es bei Fashion-Bloggern so üblich ist, werden sie für die Präsentation und Empfehlung von Waren und Dienstleistungen im Sozialen Netzwerk bezahlt. Bei dieser Sorte Influencern wird die Produkt-Platzierung nicht nur in Form von hoch qualitativen Bildern auf Instagram betrieben, sondern zusätzlich auch in regelmäßigen Blogbeiträgen auf der persönlichen Website vermittelt. Jeder Influencer hat seinen eigenen Stil und persönlichen Fokus. Bei der Inszenierung der Produkte haben die Blogger freien Lauf. Die Produkte gibt es natürlich alle gratis und dürfen behalten werden. Oft stellen Unternehmen persönliche Gutscheincodes (z.B. 10% Rabatt-Code) für die Fangemeinschaft der Blogger zur Verfügung, damit diese einen zusätzlichen Anreiz für den Kauf haben. Klingt gut, ist aber harte Arbeit. Täglich mindestens ein gutes Bild zu posten und regelmäßige Blogbeiträge zu schreiben, stets perfekt gestylt aufzutreten, die neuesten Trends nicht zu verpassen, auf unzählige Kommentare zu antworten und die Bearbeitung der Kundenaufträge. Viel Zeit für ein Privatleben bleibt da nicht.

Während Waldemar seinen Schwerpunkte auf schicke Herrenmode, hochwertige Schuhe, Uhren und ein gepflegtes, maskulines Aussehen legt, stehen für Madeleine „Fair Wear“ und „Conscious Clothing“, sprich bewusste und nachhaltige Mode im Vordergrund. Laut „Influencer.db“ erhalten beide Influencer pro Beitrag ca 500-600€. Addieren sollte man noch den Wert der Gratisprodukte und die Verdienste für die Blogbeiträge.

In der deutschen Fitnessbranche gehört Pamela Reif (@pamela_rf) mit ihren 21 Jahren bereits zu den größten Influencern Deutschlandweit. 3 Millionen Menschen folgen ihrem Account auf Instagram. Die durchtrainierte Schönheit postet regelmäßig verführerische Bilder und Trainings-Videos. Ein Abi von 1,0, Model, Fitnesscoach und Autorin. Zu perfekt um wahr zu sein?

Marken wie Puma, Hunkemöller und Deichmann sind einige von vielen Unternehmen, die mit Pamela kooperieren. Zusätzlich zu den gesponserten Produkten, Reisen, Fotoshootings, ihrem Fitnessprogramm und dem Verkauf ihres Buches hat sie auch eigene Mode- und Schuhkollektionen in Partnerschaft mit den oben genannten Unternehmen entworfen. Über die Verdienste dieser jungen Dame lässt sich nur spekulieren. Wenn man Instagram allein betrachtet, verdient sie laut „Influencerdb.net“ im Durchschnitt 15.500€ pro Foto-Beitrag. Ihre Social-Media-Kanäle sind jedoch nur einer ihrer vielen Einnahmequellen.

An ihren letzten freien Tag kann sich Pamela nicht erinnern. 7 Tage die Woche ist ihr Terminkalender durchgeplant: von Shootings, bis zu Meetings, Geschäftsreisen, Veranstaltungen und ihr Training natürlich. Hier sind die Begriffe „selbst“ und „ständig“ zu betonen.

Deutschlands größte Social-Media Stars, mit 3 bis 5 Millionen Followern und Abonnenten verdienen im Durchschnitt 20.000-30.000€ pro Instagram-Post. Im Bereich der YouTube Videos liegen die Zahlen bei 100.000-500.000€ pro Video. Was viele jedoch nicht sehen, ist die Arbeit, der Druck und der Aufwand der hinter den makellosen Bildern und großen Zahlen steckt. Ein vielversprechender Job in der heutigen Welt des Konsums und des Materialismus? Ja, sicherlich! Aber ganz bestimmt kein Job für jeden. Selbstständigkeit, Organisation und ein dickes Fell sind nötig um in der Welt des Internets und der Öffentlichkeit überleben zu können. Nur schön aussehen, reicht da nicht.

Eine Frage bleibt noch offen: Was haben die Unternehmen davon, aber-tausende von Euros in Influencer zu investieren? Eine große Reichweite allein bringt den Unternehme nicht viel, wenn der besagte Influencer keine Glaubwürdigkeit und Empfehlungskraft für seine Follower hat. Es gibt für die Erfolgsmessung von gesponserten Beiträgen verschiedene Ansätze um die Wirksamkeit zu prüfen. Das Thema Influencer-Marketing ist jedoch noch zu neu um Erfahrungswerte konkretisieren zu können. Scheint die Industrien aber aktuell nicht zu stören, da die Beliebtheit in Blogger, YouTuber und Influencer zu investieren stetig ansteigt.

Quellen